Zum Thema Finanzen hat Annerose Tanke schon einiges erklärt. Was sind die weiteren Themen, die für uns in den nächsten Jahren Priorität haben?

Fair & erschwinglich wohnen

Ganz oben mit dabei ist das Thema Wohnen. Trotz der Erschließung mehrerer Neubaugebiete ist das Wohnen in Kelsterbach immer teurer geworden.

Foto by Giulia May showing an apartment building Während in anderen Kommunen kommunale Wohnungsunternehmen dafür kämpfen, gutes Wohnen bezahlbar zu machen, ist hiervon in Kelsterbach praktisch nichts zu sehen. In Rüsselsheim hat zum Beispiel die städtische Gewobau angekündigt, fast 50 Millionen Euro zu investieren. In Kelsterbach dagegen wird auch noch der letzte Quadratmeter an private Investoren verscherbelt. Hier muss endlich ein Umdenken stattfinden! Kommunaler Wohnungsbau ist kein Notnagel, er ist das Fundament für gutes und bezahlbares Wohnen! Wie immer gilt auch hier: Die Mischung macht‘s. Statt nur Investoren muss auch die Kommune Verantwortung übernehmen und als Vermieter stärker in Erscheinung treten. „Halt“ hören wir da schon einige rufen. „Kelsterbach vermietet dich auch“. Das ist richtig. Aber was vermietet wird, reicht vorne und hinten nicht aus. Dazu wohnen in vielen Wohnen Menschen, die sich mit ihrem Einkommen auch eine Wohnung auf dem freien Markt leisten könnte. Dadurch verhindern sie, dass die auf Hilfe angewiesen sind, diese bekommen. Statt mit einer „Fehlbelegungsabgabe“ diese Ungerechtigkeit zu zementieren, muss gehandelt werden! Was hier getan werden kann? Einfach bei anderen Abschauen! In Frankfurt zum Beispiel gilt, dass bei neuen Wohngebieten 30% geförderter Wohnungsbau zu erfolgen hat. Das gilt ähnlich für Gebiete in denen nachverdichtet wird. Dabei gibt es verschiedene Förderprogrammen mit Einstiegsmieten von 6,50€/m² in Sozialwohnungen aber auch geförderte Wohnungen für Menschen mit mittlerem Einkommen, die bei 9,50€/m² anfangen. Auch wenn manche etwas anderen behaupten: Solche Vorgaben hindern Investoren nicht daran zu investieren. Dafür sind die verblieben Flächen in städtischen Lagen einfach viel zu begehrt.

Nahmobilität stärken!

Nahmobilität ist kein Luxus, sie ist ein Grundrecht. Von ihr profitieren nicht nur mobilitätseingeschränkte Menschen, sondern wir alle. Mit dem „SiGGi“ wurde in Kelsterbach ein erster Schritt gemacht, aber es gibt noch sehr viel Verbesserungspotential. Eine Fahrt damit zu buchen ist für viele Menschen zu kompliziert und selbst, wer diese Hürde schafft, muss viel zu oft feststellen, dass gerade keine Beförderung möglich ist. Die Einbindung in den restlichen ÖPNV lässt auch zu wünschen übrig. Wir setzen uns für eine Verbesserung des Angebots ein, damit „Vorankommen“ nicht mehr vom Zufall abhängt! AI generierter Kelsterbus Konkret wollen wir den "Kelsterbus" einführen - einsteigen, losfahren. Ganz ohne komplizierte Bestell- und Bezahlprozesse.

Genauso wichtig ist uns aber auch, Mobilitätsformen zu stärken, die keinen Motor brauchen: Laufen und Radfahren. Eines der größten Hindernisse hier: Rücksichtlose und egoistische Autofahrer, die um keine fünf Meter laufen zu müssen oder um einen Euro an Parkgebühren zu sparen, einfach auf Gehwegen, im Halteverbot oder in Kurven parken. Im Sandhügelweg sah die Lösung für Dauerfalschparker eines Unternehmens so aus, dass aus dem Parkverbot ein Halteverbot gemacht wurde. Dies scheint immerhin dafür gesorgt zu haben, dass seltener auf dem Gehweg geparkt wird. Vor allem dort wo billig eingekauft werden kann, scheinen aber keine Regeln zu gelten. Selbst eine Einbahnstraßenregelung schränkt mangels Kontrolle nur die ein, die sich freiwillig an die Straßenverkehrsordnung halten. Wer möchte, dass Menschen zu Fuß gehen, muss Gehwege und Kurven freihalten – wir sind dafür! Ein weiterer wichtiger Bestandteil für sicherere Nahmobilität ist die Reduzierung der Geschwindigkeit. Alle Studien zeigen: Tempo 30 sorgt dafür, dass es weniger Unfälle gibt und deren Folgen sind weniger drastisch. Wir setzen uns dafür ein, dass vor allem dort, wo Kinder zu Fuß zur Schule unterwegs sind, Tempo 30 eingerichtet wird. Die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit muss dann kontrolliert und Verstöße entsprechend sanktioniert werden. Bleibt noch ein Bereich übrig: Der Radverkehr. Das Fahrrad ist als Verkehrsmittel ideal um die Lücke zwischen „kann zu Fuß erledigt werden“ und „ich muss ein Auto nutzen“ zu schließen. Seit bald 20 Jahren haben wir Konzepte in der Schublade liegen, um den Radverkehr zu fördern. Statt diese immer weiter „fortzuschreiben“, müssen sie endlich umgesetzt werden. Die Erfahrung in zahlreichen Städten zeigt: Sobald Radfahrer sich auf den Straßen sicherer fühlen, fällt auch die Zahl an Konfliktsituationen mit Fußgängern.

Schwimmbad für Kinder frei!

Auch hier schauen wir ab, was in der Umgebung bereits gemacht wird. Wie auch in Frankfurt soll für Kinder der Eintritt ins Kelsterbacher Schwimmbad kostenfrei möglich sein. Immer mehr Kinder können nicht schwimmen – dies kann lebensgefährlich enden. Mit kostenfreiem Eintritt im Schwimmbad wird die Hürde es zu erlernen gesenkt und der Geldbeutel der Eltern geschont. Zusätzlich tun wir damit wieder etwas Gutes für die Umwelt, weil Eltern nicht mehr mit dem Auto in andere Kommunen fahren müssen. AI generiertes Bild eines Schwimmbads

Kelsterbach muss grüner werden!

Natürlich das das Thema Umwelt hier nicht fehlen. Wir haben es geschafft, dass mit einer Baumschutzsatzung ein kleiner Bestandteil zum Erhalt „grüner Infrastruktur“ geschaffen wurde. Wer in Kelsterbach Bäume ab einem gewissen Umfang fällt, muss für Ersatz sorgen. Seit Dezember prüft der Magistrat auf Antrag von uns, wie ein Verbot von Kirschlorbeer durchgesetzt werden kann. So schön grün dieser auch ist, ökologisch ist er leider komplett wertlos. Viele heimische Pflanzen eignen sich hier deutlich besser, weshalb hier auch durch die Stadt aufgeklärt werden soll. Am besten wäre es, wenn alternative Anpflanzungen finanziell unterstützt würden. Und auch wenn derzeit davon wenig zu spüren ist: Der nächste Sommer ist im Anmarsch. Gerade die Stadtmitte ist mit ihrem vielen Schwarz und Grau im wahrsten Sinne des Wortes ein Hotspot. Ein erster Schritt wäre, mit dem Eigentümer des Grundstücks darüber zu reden, ob nicht aus dem Parkplatz ein Park mit Platz werden könnte. Früher haben hier große, alte Bäume für Schatten und Aufenthaltsqualität gesorgt. Im Bereich der „Klimainsel Kelsterbach“ gibt es auch noch einiges zu tun. 2018 wurde dieses Projekt gestartet. Dabei sollten untere anderem in dem von der Förderung betroffenen Gebiet 1.000 Bäume gepflanzt werden. Bis jetzt wurde noch nicht mal ein Viertel davon gepflanzt. Wenn in dem Tempo weitergemacht wird, dauert es vermutlich bis weit nach 2040, bevor der Ziel erreicht wird. Hier wollen wir eindeutig, dass mehr Gas gegeben wird!