Annerose Tanke

Seit 40 Jahren mischt die WiK in Kelsterbach in der Kommunalpolitik mit. Dabei sind wir immer mit der Zeit gegangen - so auch bei dieser Wahl. Diesmal treten wir gemeinsam mit unseren Freundinnen und Freunden der FNK an. Wir arbeiten seit der letzten Wahl eng mit ihnen zusammen. Auch außerhalb der Politik verbinden uns seit Jahrzehnten gute Freundschaften. Statt also zwei Wahlkämpfe zu führen haben wir beschlossen, als ein Team anzutreten.

Wir sind ein bunt gemischter Haufen aus ganz Kelsterbach. Manche von uns haben einen Migrationshintergrund, andere nicht. Wir sind Arbeiter, Angestellte, Rentner, Ingenieure oder Arzt.

Während die WiK bereits seit 40 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv ist und alle Tricks und Kniffe kennt, mischt die FNK seit fünf Jahren mit - und sorgt damit für einen frischen Blick auf eingefahrene Prozesse. Gemeinsam ist uns, dass wir Kelsterbach lieben und mit Sorge beobachten, wie sich die Dinge entwickeln.

Grafik mit der Entwicklung der Rücklagen In den letzten Jahren sind unsere städtischen Rücklagen jedes Jahr um fast 10 Millionen geschrumpft. 2020 hatten wir um die 50 Millionen Euro auf dem Konto, davon ist fast nichts mehr übrig. Einst war Kelsterbach eine der reichsten Kommunen in Hessen war. Mittlerweile leben wir deutlich über unsere Verhältnisse. Auf der einen Seiten liegt das am Flughafen. Für die "neue" Landebahn musste die Ticona weichen. Über 600 Millionen Euro hat die Fraport bezahlt, um das benötige Gelände zu kaufen. Für den Kelsterbacher Wald gab es weniger als einen Euro pro Quadratmeter - nachdem mit einem Enteignungsverfahren gedroht wurde. Die Ticona war ein Garant für hohe Steuereinnahmen. Ebenso wie die Enka, deren Gelände über Jahrzehnte brach lag, nachdem dort das Licht aus ging.

Für 2027 steht bereits die nächste Grundsteuererhöhung im Haushaltsplan - und bis dahin geben wir weiter mehr aus als wir einnehmen! Die Schuld dafür sehen einige nur bei den anderen: Der Kreis ist schuld, das Land, der Bund. Das ist alles nicht falsch. Seit Jahren werden dort Aufgaben gestellt, ohne für die notwendige Finanzierung zu sorgen. Aber wir müssen auch ganz ehrlich sein: Wir haben weit über 10 Millionen Euro freiwillige Leistungen im Haushalt.

Diese will niemand abschaffen. Niemand möchte lieb gewonnene Gewohnheiten aufgeben. Und wo sollte man anfangen? Beim sogenannten Null-Tarif für Vereine? Der Schulträgerschaft? Der Bücherei? Dem Schwimmbad? Der Musikschule?

Eines aber ist klar: Wenn nichts passiert, entscheiden über den nächsten Haushalt nicht mehr wir.

Unser Angebot an alle anderen Parteien und Wählergruppen liegt auf dem Tisch: Sprecht mit uns. Gemeinsam werden wir einen Weg finden.

Annerose Tanke